
Der schweizerische Staatsbürger Henry Dunant wurde im Jahre 1859 Augenzeuge der Schlacht zwischen Franzosen und Österreichern um Solferino. Diese Situation veranlasste ihn dazu, dass er mutig die Initiative ergriff und sich der zahllosen auf dem Schlachtfeld liegenden Verwundeten annahm.
In seinem Buch "Eine Erinnerung an Solferino", das er im Jahre 1862 herausgab, forderte er internationalen Schutz für alle, die nicht am Kampf teilnahmen, aber Hilfe benötigten. Die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz als Anwalt der Menschlichkeit geht auf das Jahr 1863 zurück.
Als private, unabhängige und humanitäre Organisation sollte das Rote Kreuz fortan neutraler Mittler in bewaffneten Konflikten sein. Sein Zeichen ist das völkerrechtlich anerkannte Rote Kreuz auf weißem Grund. In der über hundertjährigen Geschichte des Rotes Kreuzes sind vielfältige soziale Dienste hinzugekommen.
Die Kreisverbände des Roten Kreuzes im Schwalm-Eder-Kreis, bzw. den ehemaligen Landkreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain sind, wie in vielen deutschen Provinzen, aus den Vaterländischen Frauenvereinen des Roten Kreuzes hervorgegangen. Der älteste Verein war der Ziegenhains, gegründet im November 1869. Es folgten Fritzlar 1883 und Melsungen 1886.
Vier Jahre nach der politischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1978 die damals selbständigen DRK-Kreisverbände Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zu einem Verein, dem DRK-Kreisverband Schwalm-Eder, zusammen. Die Geschäftsführung hat ihren Sitz in Schwalmstadt-Ziegenhain.
Für die Geschicke des Verbandes sind der ehrenamtliche Kreisvorstand, der geschäftsführende Vorstand sowie die Geschäftsführung mit Kreisgeschäftsführer Manfred Lau an der Spitze verantwortlich.
Bürgermeister Joachim Kohlhaas aus Morschen übernahm im Jahre 1993 das Amt des Kreisvorsitzenden. Er löste damit den langjährigen Kreisvorsitzenden Landrat a. D. Albert Pfuhl, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, ab.
Chefarzt Dr. Peter Trosse aus Fritzlar und Bürgermeister Erich Diehl aus Schrecksbach haben die Ämter der beiden stellvertretenden Vorsitzenden inne. Das Amt des Schatzmeisters wird von Bodo Fäcke aus Homberg wahrgenommen.
Der DRK-Kreisverband und seine Untergliederungen dienen als Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes der Wohlfahrt und Gesundheit des Volkes.
Die Arbeit des DRK, die in Satzungen verankert und im Vereinsregister als Hilfsorganisation eingetragen ist, beruht auf den Grundsätzen der Menschlichkeit, der Unparteilichkeit, der Neutralität, der Unabhängigkeit, der Freiwilligkeit, der Einheit und der Universalität.
Das tragende Element der Rotkreuz-Arbeit ist die ehrenamtliche Tätigkeit der aktiven Helferinnen und Helfer und deren Führungskräfte. Sie sind die Quelle, aus der das DRK bei allen Einsätzen und Leistungen schöpfen kann.
Im Zuständigkeitsbereich des DRK-Kreisverbandes Schwalm-Eder sind 29 Ortsvereine ansässig, in denen ca. 1.000 Aktive ehrenamtlich, wenn nötig, rund um die Uhr, tätig sind. In zahlreichen Sanitätseinsätzen werden viele tausend Stunden, z. B. bei Sportplatzveranstaltungen, größern Festlichkeiten, Blutspenden, Altkleidersammlungen, usw., geleistet.
Über 13 000 Mitgliedern unterstützen die segensreiche Arbeit des DRK im Schwalm-Eder-Kreis.
Das Jugendrotkreuz ist der Zusammenschluss von engagierten jungen Menschen innerhalb des DRK. Ihm gehören ca. 400 Mädchen und Jungen an.
Ein Großteil der Aktiven ist in Katastrophenschutzeinheiten tätig. Im Schwalm-Eder-Kreis werden vier Sanitätszüge und ein Betreuungszug vom DRK personell besetzt. Eine Schnelleinsatzgruppe, die aus 3 Teileinheiten besteht, kommt zum Einsatz, wenn die Einsatzanforderungen die Leistungsgrenze des Rettungsdienstes überschreiten, ohne dabei die "Katastrophenschutzschwelle" zu erreichen. Betreuungseinsätze gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Schnelleinsatzgruppen.
Zum Glück ereignen sich Katastrophen und Notstände in unserem Bereich selten. Eine wesentliche Aufgabe des Roten Kreuzes ist es, bereit zu sein für einen etwaigen Einsatz.
In der Öffentlichkeit findet die ehrenamtliche Arbeit unserer Aktiven oftmals nur Anerkennung, wenn spektakuläre Ereignisse den Einsatz des Roten Kreuzes bedingen.
Um für Einsätze gerüstet zu sein, werden unsere Aktiven ständig aus- und weitergebildet. Dazu gehören selbstverständlich Übungen unter realistischen Einsatzbedingungen. Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass einem Aktiven durch seine ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle von Bedürftigen noch Nachteile entstehen, wenn er z. B. während seines Dienstes verunfallt, bzw. an seinem Arbeitsplatz alarmiert und zu einem Einsatz gerufen wird. Deshalb setzt sich das DRK für eine Stärkung des Ehrenamtes ein.
Beim DRK-Kreisverband Schwalm-Eder sind etwa 280 Hauptamtliche und Zivildienstleistende in den Bereichen qualifizierter Krankentransport, Rettungsdienst, Sozialstationen, Alten- und Pflegeheime und Verwaltung beschäftigt. Damit ist gewährleistet, dass der Verband seine vielfältigen Dienstleistungen erbringen kann. Immer wieder ermöglicht das DRK jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung in der Verwaltung, bzw. in den Alten- und Pflegeheimen. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) abzuleisten.
Vom Landkreis Schwalm-Eder wurde das DRK beauftragt, qualifizierten Krankentransport und Rettungsdienst durchzuführen. Etwa 80% des Gesamtaufkommens im Schwalm-Eder-Kreis wird vom DRK wahrgenommen.
Der DRK-Kreisverband unterhält neun Rettungswachen, die rund um die Uhr in Fritzlar, Guxhagen, Homberg, Melsungen, Neukirchen, Remsfeld, Schwarzenborn, Spangenberg und Ziegenhain besetzt sind. Für die Notfallversorgung werden vier Notarzteinsatzfahrzeuge in Fritzlar, Homberg, Melsungen und Ziegenhain vorgehalten.
In Jesberg, Treysa und Ziegenhain werden Alten- und Pflegeheime mit insgesamt über 200 Betten betrieben. Das Haus in Ziegenhain verfügt über eine Kurzzeitpflegestation mit sechs modernen Einzelzimmern, die mit Nasszellen ausgestattet sind. In Niedenstein wird ein Altenwohnheim betrieben.
Durch die DRK-Sozialstation, zu der auch die Mobilen Hauskrankenpflegestationen in Neukirchen, Jesberg und Treysa gehören, werden ältere und kranke Menschen durch qualifiziertes Fachpersonal betreut und gepflegt, damit sie weiter zu Hause in ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung bleiben können.
Grundpflege, Behandlungspflege, med. Fußpflege, Hilfen im Haushalt, Beratungen, Begleitdienste, Tag- und Nachtbereitschaft, Beratung und Anleitung von Angehörigen sowie Kurse für pflegende Angehörige und die Schwesternhelferinnen-Ausbildung gehören u. a. zum Angebot der Sozialstation.
Gerade im Bereich der ambulanten Pflege herrscht ein starker Wettbewerb. Allein im Schwalm-Eder-Kreis sind über 50 Anbieter ansässig. Ganz deutlich spürt man die Gesundheitsstrukturreform, denn die Vergütungssätze reichen nicht aus, um die Selbstkosten abzudecken. Unter dieser unerfreulichen Entwicklung leidet nicht nur das DRK, sondern auch die anderen Anbieter. Trotzdem darf diese Entwicklung nicht auf dem Rücken der zu Pflegenden ausgetragen werden!
Das Rote Kreuz als Wohlfahrtsverband hat sich die Sozialarbeit, insbesondere für alte, kranke und behinderte Menschen, den Gesundheitsdienst und die Gesundheitsvorsorge auf seine Fahne geschrieben.
Unabhängig von der finanziellen Entwicklung wird vom DRK auch weiterhin qualifiziertes Personal eingesetzt, denn nur dadurch kann die gewollte professionelle Pflege garantiert werden. Unter professioneller Pflege versteht das DRK Pflege, die einfühlsam, hingabevoll und mit hoher Qualität ausgeführt wird nach unserem Motto: "Menschen helfen Menschen". Das DRK wird nicht dazu übergehen, weniger ausgebildetes, bzw. unqualifiziertes Personal einzusetzen.
Menüs mit viel Geschmack und Abwechslung liefert der Menüservice "Essen auf Rädern" einmal wöchentlich tiefkühlfrisch. Aus einem Katalog mit über 200 Menüs können die Kunden ihren Wochenkarton mit 7 Mittagsmenüs selbst zusammenstellen, da auch verschiedene Kostformen angeboten werden. Im Raum Schwalmstadt werden die Kunden täglich mit heißen Mittagsmenüs versorgt.
Der kreisweite Hausnotrufdienst ist für ältere, alleinstehende, kranke oder behinderte Menschen gedacht und ermöglicht im Notfall rasche und angemessene Hilfe. Ein Funksender stellt eine ständige Verbindung zur Hausnotrufzentrale her - unabängig davon - wo man sich in der Wohnung, bzw. im Garten aufhält.
Im Rahmen der Familienbildung bietet das DRK verschiedene Eltern-Kind-Kurse an. Sehr beliebt sind die Kurse für Eltern mit Kindern von sechs Wochen bis zu einem Jahr nach dem Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP) und die Spiel- und Kontraktgruppen für Eltern mit Kindern von 1 - 3 Jahren. Darüber hinaus stellt das DRK seine Räumlichkeiten für einige "Krabbelgruppen" zur Verfügung, die in Eigeninitiative der Eltern durchgeführt werden.
Vor allem für die mittlere und die ältere Generation werden vielerorts im Schwalm-Eder-Kreis Kurse zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit angeboten, wie z. B. Yoga, Anti-Streß, Seniorengymnastik, Seniorentanz oder Wassergymnastik.
Viele Senioren erholen sich gern während der zweiwöchigen Bus- und Flugreisen des DRK, in den Altenclubs der DRK-Ortsvereine oder in der Altentagesstätte des DRK in Fritzlar. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung, besonders die Gesundheitserziehung, nimmt einen immer breiteren Raum ein. Die Breitenausbildung des DRK umfasst unter anderem:
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Kursprogramms. Diese Kurse, die für jedermann zugänglich sind, finden regelmäßig statt.
Außensammelbehälter für Altkleider und Schuhe, die in fast allen Städten und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis aufgestellt sind, werden wöchentlich geleert. Ergänzend gibt es einen Kleiderabholservice. Kreisweite Kleidersammlungen werden mit Unterstützung der Aktiven durchgeführt.
Das Deutsche Rote Kreuz bietet die Möglichkeit, sich - ausgehend von der Verantwortung für den Nächsten - zu engagieren.
Eine sinnvolle, an sozialen Fragen orientierte Freizeitgestaltung gibt in der Regel innere Befriedigung und hilft mit, auf den unterschiedlichsten Gebieten Probleme in der Gesellschaft zu lösen.
Wir suchen Menschen wie Sie - die nach ihren persönlichen Interessen und Neigungen im DRK mitarbeiten wollen.